facharbeiten


 

 

baustelle under construction baustelle under construction baustelle under construction

 

In meiner Arbeit als Heilerziehungspfleger habe ich unterschiedliche Facharbeiten geschrieben. Alle Arbeiten sind von Fachlehrern mit gut und sehrgut beurteilt worden. Zu den folgendenThemen habe ich hier die Inhaltsangabe sowie den Beginn der Arbeiten eingestellt.

  1. Hyperkinetische Syndrom
  2. Gesprächsführung/Kollegiale Beratung
  3. Didaktische Planung heilerziehungspflegerischer Arbeit
  4. IST-Standanalyse
  5. Der sich und Andere bemühende Mensch-                                                            neurotisches Handeln, Persönlichkeitsstörungen und Psychosomatik

 

 Die kompletten Arbeiten können bei mir erfragt und über das Kontaktformular bestellt werden. Kosten pro Textseite 0,30€. Ich wünsche allen viel Spaß beim lesen und stöbern.

 
 Hyperkinetische Syndrom
 
Paul, ein Wunschkind                                                       
 
1.                     Einleitung
1. 1.                 Begriffsabgrenzungen
1.2.                  Symptome
1.2.1.               Aktivitäts- und Antriebsstörungen
1.2.1.1.            Hyperaktivität
1.2.1.2.            Inkaordination
1.2.1.3.            Mangelnde Impulskontrolle
1.2.1.4.            Hypoaktivität
1.2.2.               Aufmerksamkeits- und Konzentrationsschwäche
1.2.3.               Schulprobleme
1.2.4.               Wahrnehmungsprobleme und Probleme der
                        sensorischen Integration
1.2.5.               Verhaltensprobleme
1.2.6.               Selbstwertprobleme
1.2.7.               Organisch- funktionelle Beeinträchtigungen 
1.3.                  Ressourcen betroffener Kinder
1.4.                  Verlauf
1.5.                  Häufigkeit
1.6.                  Drogen
1.7.                  Kriminalität
 
2.                     Mögliche Ursachen
2.1.                  Erbgenetische, somatogene Ursachen
2.2.                  Psychogene Ursachen
2.3.                  Endogene Ursachen
 
3.                     Stigmatisierung von Kindern mit HKS
3.1                   Der Stigmatisierungsansatz
3.1.1                Definition / Worterklärung
3.1.2                Mögliche Ursachen und Funktionen von 
                        Stigmatisierung und Erklärungen
3.2.                  Verschiedene Stigmatisierungsphänomene
3.2.1.               Master Status
3.2.2.                          Self-fulfilling-prophecy- die ,,Sich-selbst-erfüllende Prophezeiung
3.3.                  Folgen der Stigmatisierung
 
4.                     Konsequenzen für mein pädagogisches Handeln
4.1                   Konsequenzen für geplantes sozialpädagogischesHandeln
4.1.1.               Tagesablauf:
4.1.2.               Planung
4.1.3.               Angebote
4.1.4.               Elternarbeit:
4.2                   Konsequenzen für situatives sozialpädagogisches Handeln
4.3                   Konsequenzen für institutionelles sozialpädagogisches Handeln
4.3.1.               Personalstruktur
4.3.2.               Team
4.3.3.               Supervision:
4.3.4.               Anleitung
4.3.5.               Zusammenarbeit/Austausch des Gesamtteams
4.3.6.               Fortbildungen/Schulungen:
  
5.                     Behandlung
5.1                   Behandlung mit Stimulanzien
5.1.1.               Ritalin
5.1.2.               Atomoxetin
5.1.3.               Amphetamin
5.2.                  Betäubungsmittel
5.3.                  Behandlungsmöglichkeiten
5.3.1.               Psychomotorische Übungen
5.3.2.               Bewegungspädagogische bzw. therapeutische 
                        Maßnahmen
5.3.3.               Ergotherapie
5.3.4.               Ernährungstherapie
5.3.5.               Motopädie
5.3.6.               Entspannungsübungen
5.4.                             Kindzentrierte Erziehungs- und Begleitungsarbeit
6.                     Konzeption zur Arbeit mit HKS- Kinder
6.1.                  Erziehungsform für Kinder mit HKS
6.2.                  Regeln einführen
6.3.                  Bestrafung vermeiden
6.4.                  Auszeit – Ruhe einkehren lassen
6.5.                  Forderungen und Lob
6.6.                  Selbstvertrauen aufbauen
 
7.                                Aufklärung und Unterrichtung von Schlüsselpersonen
 
8.                     Liebe Eltern, Lehrer, Erzieher,
 
9.                     Persönliches Schlusswort
 
 
Literaturverzeichnis /Quellen
 
Paul, ein Wunschkind
 
Die Freude auf das erste Kind ist groß. Es ist ein besonders lebhaftes Kind, strampelt viel und lässt so auch den Papa die Schwangerschaft intensiv miterleben.
Die Geburt dauert lange und ist sehr anstrengend, doch als Paul auf dem Bauch seiner Mutter liegt, ist alles vergessen. Als die Schwester ihn am nächsten Morgen zum Stillen bringt, sagt sie, dass sie ganz erstaunt ist, wie viel Energie dieses neugeborene Kind hat. Die anderen Babys liegen in ihren Bettchen und schlafen, Paul ist wach.
Nach einer Weile fängt er an zu schreien, sie nimmt ihn auf den Arm, schaukelt ihn, singt ihm etwas vor. Schließlich ist er ruhig, sie legt ihn in sein Bettchen, er weint erneut. Seine Mutter läuft mit ihm umher, nimmt ihn mit in ihr Bett, legt ihn an ihre Brust. Solange ist er zufrieden. Sobald er alleine in seinem Bettchen liegen soll, schreit er. Seine Mutter ist nach der Geburt noch vollkommen erschöpft, braucht eigentlich etwas Ruhe.
Die anderen Mütter versuchen ihn zu beruhigen, auch sie haben keinen Erfolg. Sie beginnen sich über das "Schreikind" zu beschweren, ihre Kinder können nicht schlafen. So dreht seine Mutter mit Paul ihre Runden auf dem Flur.
Ihre Dammnaht heilte nicht, die Blutungen werden immer stärker, die Gebärmutter bildet sich nicht richtig zurück, weil die Mutter von Paul keine Ruhe bekommt. Völlig verzweifelt bringt sie ihn schließlich ins Säuglingszimmer, damit sie sich mal hinlegen kann.
Sie fragt sich: Mache ich etwas falsch? Doch - die anderen Mütter und die Kinderschwestern schaffen es auch nicht ihn zu beruhigen. Was ist mit ihrem Kind los? Nach einer Woche geht es nach Hause. Die Schwestern sagen zu Ihr: "Wissen Sie, so ein unruhiges Kind hatten wir hier noch nie. Wir haben ihn manchmal in ein Nebenzimmer gestellt, damit die anderen Babys schlafen konnten. Da wird noch ziemlich was auf Sie zukommen." Der Mutter kommen Gedanken in den Kopf; habe ich ein Ungeheuer geboren?
Zu Hause wollte Paul auch nicht schlafen. Er schrie viel, trank hastig, verschluckte sich oft. Nur wenn sie ihn trug oder im Kinderwagen schob, war er still. Andere Mütter erzählten strahlend von ihren Babys, sie musste aufpassen, dass sie nicht vor Erschöpfung irgendwo umfiel.
Einmal pro Woche ging die Mutter von Paul     mit ihm zum Mini-Club. Die anderen Kinder bauten Bauklötzchen, krabbelten oder liefen umher - spielten. Paul raste durch den Raum und fiel immer wieder über die anderen Kinder oder deren Spielsachen.
Immer und immer wieder schimpften die anderen Mütter mit ihm, er hätte ihren Kindern wehgetan, Dinge kaputt gemacht oder er würde sie erschrecken, da er so schnell und laut sei.
Fehlten sie einmal so drehten sich die Gespräche während des nächsten Mals darum, wie ruhig es doch das letzte Mal gewesen sei, wie schön die Kleinen gespielt hätten, da sie nicht dauernd gestört wurden. Die anderen Mütter sahen Paul nur als Plage.

Seine Mutter erzählte dem Kinderarzt davon. Er war ganz erstaunt, denn Paul war i.................

...............

Das Erscheinungsbild des Hyperkinetischen Syndroms
 
1.Einleitung
Stell dir sich vor, du bist bei einer Diavorführung. Die Dias werden nacheinander auf die Leinwand geworfen, während eine Stimme dazu spricht. Du sollst nachher beschreiben, was du gesehen und gehört hast. Für den Bericht wirst du benotet werden, wie früher in der Schule. Dann wird das Tempo der Dias allmählich schneller und immer schneller. Du versuchst weiter mitzukommen. Immer mehr Menschen drängen dich schneller zu schauen und zu berichten was gezeigt und gesagt wird.
Welche Gefühle wirst du dabei wohl verspüren?
Anspannung und Verwirrung?
Überforderung und Panik?
Aggressionen und Wut?
 
Willkommen in der Welt der Menschen mit HKS!
 
1. 1. Begriffsabgrenzungen
Hyperaktivität und das Hyperkinetische Syndrom sind medizinische Krankheitsbegriffe: es handelt sich hierbei um eine Störung der Aufmerksamkeit, kombiniert mit Impulsivität und motorischer Unruhe. Man unterscheidet verschiedene Unterformen und Schweregrade. Für das Erscheinungsbild des HKS gibt es verschiedene Bezeichnungen, über die im Folgenden ein Überblick gegeben werden soll.
 
Früher sprach man von
- Frühkindlicher Hirnschädigung,
- Frühkindlicher leichter Hirnfunktionsstörung
- Minimaler cerebraler Dysfunktion (MCD),
- Minimaler Zerebraler Dysfunktion (MZD),
- Minimaler cerebraler Störung (MCS),
- Minimaler cerebraler Bewegungsstörung (MCB),
- Minimaler Hirnschädigung (Minimal Brain 
Dysfunction/ Damage (MBD)
- Psychoorganischem Syndrom (POS)
 (dieser Begriff wird in der Schweiz verwendet),
- Infantilem psychoorganischem Syndrom (IPOS).
Die oben genannten Begriffe setzen eine erworbene Hirnschädigung voraus.
 
Die folgenden Termini werden von dem als Hauptsymptom erachteten Merkmal hergeleitet:
- Hyperaktivitätsstörung,
- Hypermotorik, Hyperkinese, Hyperaktivität.
- ...................................
 
Es werden auch heute noch verschiedene weitere Bezeichnungen verwendet, die eine ähnliche Problemgruppe beschreiben:
 
-         Sensorische Integrationsstörung (SIS)
-         Sensomotorische Wahrnehmungsstörung (SMW)
-         Hyperaktives oder Hypermotorisches Syndrom
-         Hyperkinetische Störung (F 90)
-         Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (F 90.0); dazugehörige Begriffe sind:
o       Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörung (AHS)
o       Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS),
o       Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADS) oder
o       Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADS) (mit Hyperaktivität),
o       Attention Deficit Disorder Syndrom mit/ ohne Hyperaktivität und Sozialstörungen (ADDS)/
o       Aufmerksamkeitsstörung mit/ ohne Hyperaktivität (ADHD )
 

Die Begriffe gehen auf Zeitpunkte der Schädigung, Symptomatiken, Ursachen und mögliche quantitative .......................

 

Trennlinie

 

Gesprächsführung/Kollegiale Beratung

Gliederung
 
1.         Ausgangslage
 
1.1.                              Kommunikation ist alles – alles ist Kommunikation
1.2                   Kommunikation/Gesprächsführung in der
                        Konstruktiv diskutieren und besprechen
1.4.                  Das Alphabet der Körpersprache
1.5.                  Kleines ABC der Körpersprache
 
2.         Vorbereitung auf Personen und Inhalte
 
2.1                   Ziele
2.1.1.               Meine Schlüsselfragen
2.2.                  Informationen zu den Gesprächsteilnehmern
2.3.                  Einschätzungen
2.4.                  Erwartungen
2.5.                  Bedürfnisse
2.6.                  Gefühle/Abwehrmechanismen
2.7.                  Vorerfahrungen/Vorkenntnisse
 
3.          Individuelle Ausgangslage
 
3.1.                  Eigene Erwartungen
3.2.                  Bedürfnisse
3.3.                  Gefühle
3.4.                  Vorerfahrungen/Vorkenntnisse
 
4.         Klärung der Rahmenbedingungen
 
5.         Verlauf
 
5.1.                  Zeitrahmen
5.2.                  Ort
5.3.                  Sitzordnung
5.4.                  Medien
5.5.                  Einladung
 
6.         Kollegiale Beratung als Methode
 
6.1.                  Die Methode
6.2.                  Anlässe und Ziele
6.3..                 Elemente des Modells
6.3.1.               Rollen in der Kollegialen Beratung
6.3.2.               Fallerzähler
6.3.3.               Moderator
6.3.4.               Berater
6.4.                  Die 6 Phasen der Kollegialen Beratung
6.4.1.               Phase 1: Casting
6.4.2.               Phase 2: Spontanerzählung
6.4.3.               Phase 3: Schlüsselfrage
6.4.4.               Phase 4: Methodenwahl
6.4.4.1.            Beratungsmodule Ideen sammeln / Brainstorming
6.4.4.2.            Beratungsmodule Kopfstandbrainstorming
6.4.4.3.            Beratungsmodul: Schlüsselfrage (er-)finden
6.4.4.4.            Beratungsmodul: Actstorming
6.4.4.5.            Beratungsmodul: Resonanzrunde
6.4.4.6.            Beratungsmodul: Gute Ratschläge
6.4.5.               Phase 5: Beratung
6.4.6.               Phase 6: Abschluss
6.5.                  Ablaufübersicht und Aufgaben der Beteiligten
6.6.                  Kollegialen Beratung und die Selbsterfahrung.
6.7.                  Voraussetzungen für Kollegiale Beratung
6.8.                  Argumente für Kollegiale Beratung
6.8.                  Fazit
 
1.Ausgangslage
 
1.1.Kommunikation ist alles – alles ist Kommunikation
 
Kommunikation ist ein allumfassendes Phänomen:
Beginnend mit dem Tag unserer Geburt vollziehen wir bis zu unserem Lebensende jeden Tag unzählige kommunikative Akte. Kommunikation setzt – auch ohne ein gesprochenes Wort – ein, sobald sich mehr als ein Mensch in einem Raum befindet.
Man kann also gar nicht anders als kommunizieren.
Wie oft »tragen wir das Herz auf der Zunge« oder »es rutscht uns etwas heraus«. Selbst Aussagen, die nicht schriftlich niedergelegt sind, können einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Und eine Entschuldigung kann das einmal Gesagte zwar abmildern, aber niemals aus dem Gedächtnis löschen.
Gerade weil im Gespräch so vieles auf der Gefühlsebene abläuft, ist Kommunikation darüber hinaus immer eine Rechnung mit vielen Unbekannten – der Tagesform des Gegenübers, seiner momentanen Gefühlslage und vielem mehr.
Ich versuche daher meine Worte mit Bedacht zu wählen. Ein Scherz zur falschen Zeit, eine dumme Bemerkung – und die ganze sorgsame Vorbereitung auf ein Gespräch kann für die Katz’ sein.
Derartige Situationen sind manchmal trotz aller Planung nicht zu vermeiden. Kommunikation ist etwas zutiefst Menschliches, ein Ausdruck der vielen Erfahrungen, die ein Mensch in sich trägt. Sie unterliegt deshalb niemals zu 100 % unserer Kontrolle. Daher gehe ich trotz aller hier beschriebenen Vorbereitung in jedes Gespräch mit einer gehörigen Portion Flexibilität.
 
Der Kommunikationspsychologe Paul Watzlawick hat in Untersuchungen festgestellt, dass Kommunikation nur zu etwa 12 % auf der Sachebene (also rational gesteuert), zu 88 % aber auf der Beziehungsebene (emotional gesteuert) stattfindet.
Aus diesen Zahlen wird deutlich, dass das »Wie« entscheidet,
wie das »Was«, also die Inhalte des Gesagten, bei den Kommunikationspartnern ankommen.
Das gilt für tagtägliche Gespräche genauso wie für die Diskussion mit dem Partner oder Teamgesprächen. Nur wer sympathisch und kompetent erscheint, wird andere von seinem Vorhaben und Ideen überzeugen können.
 
Persönliche Kommunikation besteht aus:
Inhalt, Stimme, Mimik und Gestik bzw. Körpersprache
 
 
 
1.2    Kommunikation/Gesprächsführung in der
       Heilerziehungspflege
 
Ein wichtiger Teil der Arbeit von Heilerziehungspflegern im professionellen Bereich ist die Gesprächsführung Erziehung und Beratung von Kindern, Jugendlichen und Betreuten, Elterngespräche, Gespräche mit Kollegen und Vorgesetzten, mit Fachdiensten, Behörden und Jugendämtern sind Kommunikationsanlässe von Heilerziehungspflegern
Gesprächsführung im heilerziehungspflegerischen oder heilpädagogischen Arbeitsfeld ist eine Methode, die wesentlich von der Persönlichkeit des Gesprächsführers, von seinen Einstellungen, Werten, Annahmen, Gefühlen, Intentionen etc. beeinflusst wird. Professio­nelle Gesprächsführung bedeutet deshalb stets, eigene Sichtweisen und Standpunkte zu reflektieren und/oder zu hinterfragen. Diese Überprüfung ist wichtig, um die Sichtweisen von Gesprächspartnern erfassen und verstehen zu können.
 
Die Fähigkeit, in unterschiedlichen Gesprächssituationen auf zum Teil sehr verschiede­ne Gesprächspartner reagieren zu können, stellt eine wichtige Schlüsselqualifikation für Mitarbeiter im sozialen Bereich dar.
Diese Qualifikation umfasst Fach-, Selbst- und Sozialkompetenz. Gesprächsführung erfordert als Fachkompetenz ein sehr heterogenes berufsbezogenes Wissen. Hierzu gehört einerseits ein allgemeines Fachwissen über Voraussetzungen und Bedingungen von Kommunikation und Interaktion Andererseits ist spezifisches Fachwissen notwendig, um zum Teil sehr unter­schiedliche Gesprächspartner mit ihren Problemen, Vorerfahrungen und Fragen zu verste­hen. Fachkompetenz umfasst ebenfalls die Fähigkeit, verschiede­ne Gesprächsmethoden zu beherrschen und angemessen anzuwenden.
Gesprächsführung bezeichnet aber nicht nur eine Tätigkeit, die ein berufsbezogenes und methodisches Wissen erfordert, sondern stellt zugleich auch eine Haltung dar, sich selbst kritisch wahrzunehmen.
Diese Fähigkeit ist Teil der Selbstkompetenz. Sie um­fasst die Fähigkeit, eigene Persönlichkeitsanteile wie Offenheit, Frustrationstoleranz, Verantwortungsbewusstsein, Flexibilität oder Rollenbewusstsein kritisch zu reflektieren und in Frage zu stellen, sowie die grundsätzliche Bereitschaft, eigene Perspektiven zu revi­dieren und/oder die Sichtweisen von Gesprächspartnern zu übernehmen
Als weitere wichtige Kompetenz setzt Gesprächsführung die Fähigkeit voraus, soziale Zusammenhänge zu verstehen, sowie die Fähigkeit, Beziehungen und Kontakte herzustel­len, zu halten und zu beenden.
Ein angemessener Umgang mit Nähe und Distanz, sowie die Fähigkeit, kongruent und empathisch zu kommunizieren, sind wichtige Bestandteile der Sozialkompetenz.
 
Nicht Sieg sollte der Zweck der Diskussion sein, sondern Gewinn.                  Joseph Joubert ,vfranzösischer Moralist
 
1.3.Konstruktiv diskutieren und besprechen
 
Die folgenden Abschnitte weisen meinen Weg zu einer positiven Gesprächs- und Diskussionsführung. Sie geben mein  Grundlagenwissen wieder, wie ich den Kanon aus Stimme, Mimik und Gestik erfolgreich anstimmen kann.
Meine  Fähigkeit zu diskutieren und mich verbal über einen Sachverhalt zu verständigen, ist diejenige Fähigkeit, die mich am deutlichsten von unseren nahen Verwandten, den Affen, unterscheidet.
Dennoch habe ich in so mancher Diskussionsrunde den Eindruck, es handle sich bei mir um aufgebrachte Alpha Männchen, dass die territoriale Ansprüche geltend macht
Das ist weder schön, noch ist es eine besonders erfolgreiche Strategie, wenn ich andere Menschen überzeugen will. Dabei gehörte die Rhetorik, nämlich die Kunst, einen Standpunkt überzeugend zu vertreten und so das Denken und Handeln anderer zu beeinflussen, schon in der Antike zur Allgemeinbildung.
Welchen Einfluss die Körpersprache auf einen Gesprächsverlauf haben kann, habe ich im Abschnitt 1.4.  »Das Alphabet der Körpersprache«  beschrieben.
Ich habe gelernt, das Diskutieren, Verhandeln und Besprechen erlernbare Kommunikationstechniken sind, die gewissen Spielregeln folgen müssen, wenn sie zu einem zufrieden stellenden Ergebnis führen sollen.
Diese Spielregeln sind hier zusammengefasst.
Das Wort Kommunikation beinhaltet das lateinische »communis« (gemeinsam).
Kommunikation sollte in jeder Lebenssituation eine so genannte »Win-Win-Situation« sein, von der alle Partner profitieren. Kommunizieren bedeutet also miteinander reden, sich gemeinsam einem Thema nähern.
 
Gespräche lenken durch aktives Zuhören
Das aktive Zuhören ist die sanfteste Methode, um Gespräche im eigenen Sinne zu lenken und jemanden von den eigenen
Standpunkten zu überzeugen. Sie bezieht den Gesprächspartner in hohem Maße in die Entscheidungsfindung
mit ein. Oder böse ausgedrückt:
 
 
 
 
Durch diese Technik der Gesprächsführung gebe ich meinem Gegenüber das Gefühl, selbst auf die Lösung gekommen zu sein, die ich für richtig halte.
 
  • Die wichtigste Voraussetzung, um aktiv zuhören zu können, ist, eine störungsfreie Umgebung für das Gespräch zu schaffen. Ich nehme mir genügend Zeit, leite eingehende Telefonanrufe um und schließe die Bürotür. Denn selbst wenn es nur um ein relativ kurzes Gespräch geht – ein ständig klingelndes Telefon stört die Konzentration und signalisiert dem Gesprächspartner: »Ich habe Wichtigeres zu tun! « Ich zeige meinem Gesprächspartner durch Kopfnicken, Blickkontakt und Zustimmungslaute (mhm, ja, etc.), dass ich dem Gespräch folge.
 
  • Um Missverständnissen vorzubeugen, verwende ich die Technik des Paraphrasierens, d.h. ich gebe das Gesagte mit eigenen Worten wieder. Eine typische Satzeinleitung: »Wenn ich Dich richtig verstanden habe ...« So kann ich die wichtigsten Standpunkte meiner Gesprächspartners zusammenfassen und entweder bestätigen oder Gegenargumente anbringen.
 
  • Eine ähnliche Technik ist das Spiegeln. Hier gebe ich nicht nur das Gesagte wieder, sondern auch die Stimmungslage meines Gegenübers, z.B.: »Ich entnehme deinen Worten, dass Du mit der Lösung nicht ganz glücklich sind. « Der Vorteil ist das ich meinem  Gesprächspartner die Gewissheit gebe, dass ich seine Gefühle ernst nehmen und in die Entscheidungsfindung mit einfließen lasse. So schaffe ich eine offene und vertrauensvolle Atmosphäre.
 
  • Ich setze Fragen ein, um Gespräche in die gewünschte Richtung zu lenken. Die wichtigsten Fragearten sind:
 
  • Die geschlossene Frage (»Hältst du Lösung A oder B für die bessere? «). Sie bedingt kurze, knappe Antworten und kann eine Entscheidung herbeiführen.
 
  • Die offene Frage (»Warum hältst du Lösung A für die bessere?«). Sie zieht eine ausführliche Antwort nach sich, mit der mein Gesprächspartner die Möglichkeit hat, seine Meinung zu äußern.
 
 
 
 
 
  • Die kritische Frage (»Darf ich Dich fragen, warum Du Deine Entscheidungskriterien nicht zu Beginn der Diskussion angeführt hast? «). Sie signalisiert Zweifel und kann eine kontroverse Diskussion auslösen.
 
  • Die empathische Frage (»Fühlst Du Dich mit Lösung A wohl? «). Sie zeigt ebenso wie das Spiegeln Anteilnahme und fordert dazu auf, Gefühle und Befindlichkeiten in Worte zu fassen.
 
1.4. Das Alphabet der Körpersprache
 
Wie bereits in Abschnitt 1.3.  erwähnt, hat die nichtsprachliche Kommunikation großen Einfluss darauf, wie das Gesagte vom Gegenüber wahrgenommen wird.
Nonverbale Kommunikation besteht aus Mimik, Gestik und anderen nichtsprachlichen Äußerungen wie Räuspern, Seufzen, Lachen etc. Durch meine Haltung signalisiere ich deutlich, wie ich mich fühle und wie ich gegenüber meinem Gesprächspartner eingestellt bin.
Die eigene Körpersprache absolut kontrollieren – das können wohl nur professionelle Schauspieler..................
..........
............6. Kollegiale Beratung als Methode
 
6.1.Die Methode
 
Kollegiale Beratung ist ein systematisches Beratungsgespräch, in dem Kollegen (etwa Führungskräfte oder Projektleiter) sich nach einer vorgegebenen Gesprächsstruktur wechselseitig zu beruflichen Fragen und Schlüsselthemen beraten und gemeinsam Lösungen entwickeln.
Die Kollegiale Beratung findet in Gruppen von 4 – 7 Mitgliedern statt, die im regelmäßigen Abstand zusammen kommen. Teilnehmer tragen dabei ihre Praxisfragen, Probleme und "Fälle" vor.
Nach einem festen Ablauf mit 6 Phasen leitet ein anderer Teilnehmer als Moderator die Gruppe durch das Beratungsgespräch und aktiviert dabei die Erfahrungen und Ideen der übrigen Teilnehmer. Unter Anleitung des Moderators beraten somit alle Teilnehmer den „Fall“ und suchen nach Anregungen und Lösungsideen, die den „Fallerzähler“ weiterbringen sollen.
Diese Konzeption der Kollegialen Beratung kennzeichnet ein modularer Aufbau. Mit der Möglichkeit der Methodenwahl kann die Kollegiale Beratung auf die Bedürfnisse des Fallgebers, die Vorlieben der Gruppe, die Besonderheiten des Falles sowie der Schlüsselfrage eingehen. Das hat zum einen den Vorteil, dass Beratungsgruppen die Sicherheit einer wiederkehrenden Struktur haben. Zum anderen gewinnt die Kollegiale Beratung durch verschiedene Beratungsmodule an Lebendigkeit und Abwechslung.
Ein Durchgang dauert etwa eine halbe bis dreiviertel Stunde, so dass in drei Stunden drei bis vier Fälle bearbeitet werden können.
 
6.2.Anlässe und Ziele
 
Langstreckenläufer müssen lernen mit ihrer Einsamkeitumzugehen. Ein Berufsleben braucht etwas von der Ausdauer eines Langstreckenläufers. Ob wir dabei einsam werden, hängt von uns ab.
Jede(r) kennt im Berufsleben die Phasen, in denen Resignation vorherrscht, die Ideen ausgehen, die Probleme sich häufen.
Hierzu gehören auch die erfreulichen Zeiten. Projektarbeit, Teamarbeit sind Ansätze, die soziale Beziehungsfähigkeit fördern und Lernen umfassend ermöglichen.
Kollegiale Beratung geschieht in der Gruppe.
Die Gruppe ist gleichzeitig Adressatenkreis und Sozialform. Die Teilnahme an der kollegialen Beratung setzt Berufserfahrung und eine aktuelle Tätigkeit voraus.
Die Gruppe als Sozialform ermöglicht - gegenüber dem Einzelgespräch - stärkeren Rückhalt, größere Solidarität durch gemeinsame Betroffenheit und reichere methodische Möglichkeiten in der Fallbearbeitung.
Kollegiale Beratung geht auf diese Erfahrungen und Entwicklungen ein.
 
Kollegiale Beratung ...
• fördert Kollegialität
• schafft Solidarität
• verhindert Einsamkeit
• bringt Entlastung
• klärt Probleme
• stützt und fördert vorhandene Kompetenzen
• fordert und fördert den fachlichen Diskurs
 
6.3..Elemente des Modells
 
Kollegiale Beratung ist schwerpunktmäßig berufsbezogen. Die beruflichen Alltagsprobleme der Gruppenmitglieder liefern die Themen zur Arbeit in der Gruppe.
„Themen der kollegialen Beratung können alle Interaktions-,
Beziehungs-, Persönlichkeits- und Institutionsprobleme sein, die das Berufsfeld eines Teilnehmers oder einer Teilnehmerin
.......................
 
Trennlinie
 
Didaktische Planung heilerziehungspflegerischer Arbeit
Gliederung:
 
 
1.     Einleitung
 
1.1.  Bildung und Erziehung durch Sport
 
1.2. Sport als Hallensport im Kinderwohnheim
 
2 .    Vorstellung des beteiligten Jugendlichen
 
2.1.  Sozialverhalten
 
2.2.  Motorik
 
2.3.  Kognition
 
2.4.  Kommunikation / Sprache
 
2.5.  Wahrnehmung
 
2.6.  Emotionalität
 
2.7   Motivation
 
2.8.  Lebenspraktische Fähigkeiten
 
2.9.  Lern- und Arbeitsverhalten
 
3.     Thema der Aktivität
 
3.1.   Eingrenzung des Thema
 
3.2.   Abgrenzung des Themas
 
3.3.   Alltagrelevanz des Thema
 
3.3.1. Alltagrelevanz für Paul
 
3.4.    Aspekte zur eigenen Motivation
 
4.        Richtziele der Aktivität
 
4.1.     Grobziele der Aktivität nach Lernbereiche
 
4.1.1.   Gesundheit
 
4.1.2.   Fairness und Kooperation
 
4.1.3.   Freizeit und Umwelt
 
4.1.4.   Leisten, Gestalten, Spielen
 
4.2.      Feinziele als Lernziele in Verhaltens- und
            Erlebnisdimensionen:
4.2.1.   Kognitive
4.2.2.   Soziale
4.2.3.      Motorik
4.2.4.      Lebenspraktische Fähigkeiten
 
5.         Rahmenbedingungen
 
5.1.      Ort der Durchführung
 
5.2.      Tageszeit/Zeitraum/Tagesrhythmus
 
5.3.      Ablenkungen, Improvisationen und Unterbrechungen
 
5.4.      Aufgaben im Vorfeld der Aktivität
 
5.5.       Handlungsanweisungen für den Lehrer
 
6.          Verlaufsplanung
 
7.          Reflexion der Aktivität
 
7.1.       Situationsorientierten Ansatzes
 
7.2.       Die Didaktik des Situationsorientierten Ansatzes
 
7.3.      Offene Planung
 
8.        Reflexionsfragen
 
1.Einleitung
 
1.1. Bildung und Erziehung durch Sport
 
Viele Kinder und Jugendliche wachsen in einer Welt auf, in der Bewegungszeiten und -räume durch fortschreitende Technologie und Automatisierung  zunehmend eingeschränkt werden.
 
Passivität und fehlende Anstrengungsbereitschaft in Verbindung mit falschen und einseitigen Ernährungsgewohnheiten können organische Störungen und typische Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, Koordinations-, Herz-Kreislauf-Probleme und Haltungsschäden zur Folge haben.
 
Mit dem Sport wird es den Kindern und Jugendlichen ermöglicht, sich handelnd und reflektierend mit ihrem Körper auseinander zu setzen und anhand vielfältiger Bewegungserfahrungen die eigene körperliche Bewegungs- und Leistungsfähigkeit zu erleben, zu entwickeln, ein- und wertzuschätzen.
Sie gewöhnen sich auf diesem Weg an eine Gesundheitsorientierte Lebensweise mit sinnvoller und regelmäßiger sportlicher Betätigung.
 
Vereinsamung und Orientierungsprobleme lassen viele Jugendliche häufig in Scheinwelten und Süchte fliehen. Emotionales Wohlbefinden innerhalb einer Sportgruppe und die Möglichkeit des Spielens im Sport besitzen hohes präventives Potenzial in diesem Bereich.
 
Ein zu beobachtendes auffälliges Sozialverhalten zeugt von Mangel an Kommunikations-, Konfliktfähigkeit und Empathie. Auch die zunehmende Heterogenität in den unterschiedlichen Lebenswelten hinsichtlich ethnischer, familiärer und sozialer Herkunft erfordert ein hohes Maß an grundlegenden sozialen Kompetenzen.
 
Übereinkünfte und Absprachen zwischen den Mitgliedern der Sportgruppe können die Orientierung im sozialen Miteinander erleichtern. Durch die vielfachen interaktiven Handlungs-, Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten kann der Sport einen wichtigen Beitrag zur Gemeinschaftserziehung leisten.
 
Durch den Sport in der Gruppe entwickeln die Kinder und Jugendlichen ein positives Selbstkonzept und erhalten Orientierungspunkte für die Weiterentwicklung eines tragfähigen Weltbildes, in dem Fairplay und humaner Sport selbstverständlich sind.
Der Sport in der Gruppe wird als persönliche Bereicherung der unmittelbaren Lebensqualität erlebbar gemacht.
 
1.2. Sport als Hallensport im Kinderwohnheim
 
Der Hallenport im Kinderwohnheim ist ein unaustauschbarer Bestandteil umfassender Bildung und Erziehung, denn Bewegung, Spiel und Sport sind für die Gesamtentwicklung im Kindes- und Jugendalter von grundsätzlicher Bedeutung und trägt zur allgemeinen physischen, motorisch-sportlichen, kognitiven und sozialen Entwicklung der Heranwachsenden bei.
Der regelmäßige Hallensport stellt die geplante Möglichkeit dar, die körperliche Aktivität und deren Folgen für die Gesundheit des Kindes und Jugendlichen in den Mittelpunkt zu stellen, gleichzeitig leistet er einen spezifischen Beitrag zur Entwicklung und Förderung solcher Fähigkeiten wie Fairness, Toleranz, Teamgeist und Leistungswillen.
Es soll bei allen Kindern und Jugendlichen die Freude an der Bewegung geweckt und die Einsicht vermittelt werden, dass Sport sich positiv auf ihr Wohlbefinden auswirkt.
Ziel des Hallensports ist es deshalb, durch eine vielseitige körperlich-sportliche Allgemeinbildung ein hohes Maß an Bewegungs-, Gesundheits- und Sozialkompetenz herauszubilden. Ein ausgewogenes Verhältnis von koordinativen und konditionellen Fähigkeiten, motorischen Fertigkeiten, kognitiven und sozial-affektiven Lernzielen bildet die Grundlage für auszuwählende Inhalte und deren mehrperspektivisch angelegte Realisierung.
Die individuelle sportliche Handlungsfähigkeit ist so zu festigen, dass lebenslanges Sporttreiben als Mittel der Erhaltung von Gesundheit sowie körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit erkannt und praktiziert werden kann.
 
 
2.Vorstellung des beteiligten Jugendlichen
 
 
Paul lebt zurzeit im Kinderwohnheim Dülmen, in der Jugendwohngruppe. Seit dem 7. August 2000 hat Paul seinen Lebensmittelpunkt im Kinderwohnheim, wo er zunächst im der Gruppe 3 untergebracht war.
Am 20. September 2003 wechselte Paul in die Jugendwohngruppe.
Das Ziel dieses Wechsels ist die Verselbstständigung von Paul und das Vorbereiten auf das Wohnen außerhalb des Kinderwohnheims.
Paul Besucht die 9. Klasse einer Hauptschule in Dülmen. Er könnte mit etwas Fleiß einen guten Hauptschulabschluss schaffen.
Paul ist ein sehr sportlicher Teenager. Er ist schlank und körperlich seinem Alter entsprechend entwickelt. Außer das Paul eine Brille trägt sind keine körperlichen Einschränkungen bekannt.
In seiner Freizeit spielt Paul sehr gerne Fußball und ist auch in einer Fußballmannschaft eines Dülmener Vereins.
 
Paul fährt in regelmäßigen Zeiträumen zu seiner Mutter. Dort leben auch seine beiden jüngeren Geschwister. Diese Heimfahrten werden von Paul sehr positiv wahrgenommen.
Im Monat November hat Paul ein Schulpraktikum absolviert. Er hat in einer Baumschule und Landschaftsgärtnerei 3 Wochen lang gearbeitet. Diese Aufgabe hat er sehr souverän gelöst. Er ist jeden Morgen selbstständig und pünktlich aufgestanden. Ein Fahrrad hat er sich selbst organisiert, es in einen verkehrsicheren Zustand gebracht um damit die 7 km zum Praktikumsplatz zu bewältigen.
Dieses Praktikum, die positive Rückmeldungen waren sehr gut für die Persönlichkeitsentwicklung von Paul..... .........
 
...............................
4. Richttziele der Aktivität
 
Beteiligung am Hallensport des Kinderwohnheims zur Förderung der Motivation und des Zusammengehörigkeitsgefühl als Kinder und Jugendlichen des Kinderwohnheimes
 
 
4.1.  Grobziele der Aktivität nach Lernbereiche
 
Die Grobziele sind in vier Lernbereichen dargestellt:
4.1.1.      Gesundheit
4.1.2.      Fairness und Kooperation
4.1.3.      Freizeit und Umwelt
4.1.4.      Leisten, Gestalten, Spielen
 
4.1.1. Gesundheit
 
In dem Lernbereich Gesundheit soll der Sport für Paul ein wesentlichen Beitrag zur Gewöhnung an eine gesunde Lebensführung sein.
Paul soll seine Gesundheit zu seinem Hobby machen, wobei für mich als Erzieher physische, psychische, soziale Aspekte dazu gehören.
Paul soll ein Gesundheitsverständnis und eine Wertschätzung für seinen Körper entwickeln.
 
4.1.2. Fairness und Kooperation
 
Im Lernbereich Fairness und Kooperation soll der Sport Paul Möglichkeiten zur Wertdifferenzierung eröffnen.
Paul soll den Sport, auf Grund seiner überschaubaren und geregelten Handlungsmerkmale als vereinfachte Lebenswelt erleben und hier Werteinstellungen und Handlungsformen einüben und reflektieren.
Paul soll lernen Verantwortung für sein  eigenes Verhalten zu übernehmen und couragiert dazu zu stehen
Paul soll den richtigen Umgang mit Aggressionen, Außenseitern und
schwächeren, kleineren Kindern lernen.  
 
4.1.3. Freizeit und Umwelt
 
Im Lernbereich Freizeit und Umwelt lernt Paul den Naturraum ihrer
Umgebung kennen, sich in ihm zu orientieren und erschließt ihn so als Bewegungs- und Kulturraum, wobei er an einen verantwortungsvollen Umgang mit Natur und Umgebung herangeführt werden.
Paul lernt  Freizeitangebote einzuschätzen und mit seiner freien Zeit sinnvoll umzugehen.
 
4.1.4. Leisten, Gestalten, Spielen
 
Der Lernbereich Leisten, Gestalten, Spielen ist der Lernbereich, in dem der Sport dargestellt und mit dem die Ziele und Inhalte der vorhergehenden Lernbereiche vernetzt wird. Paul soll lernen etwas können zu wollen, sich durch seine Leistungen auszudrücken und sich mit anderen vergleichen.
 
Paul soll lernen das Leisten, sportliches Handeln bedeutet. Er soll lernen, dass durch Ihn als Partner in der Gemeinschaft, das Erleben der Leistungsfähigkeit und Grenzen mitbestimmt wird.
Paul soll lernen Erfolge und Misserfolge im Sport zu  verarbeiten, sowie die Zusammenhänge von Leistungsanforderungen, Leistungsvoraussetzungen, Leistungsbeurteilungen und Ergebnissen
verstehen.
 
Paul soll lernen den Sport zu gestalten, als Fähigkeit seine Bewegungsmöglichkeiten variantenreich und kreativ auszuschöpfen und einzusetzen. Er soll seinen, schon umfangreichen Schatz an Bewegungserfahrungen ausbauen, sowie seine Fähigkeit zur differenzierten Körper- und Bewegungswahrnehmung schärfen.
 
Paul soll durch das Spielen lernen, das der Ausgang trotz aller Anstrengung ungewiss ist, aber durch die  Entscheidungsfreiheit des Einzelnen innerhalb vorgegebener Spielregeln, sowie dem  Anpassen
von Spielidee und Spielregeln an unterschiedliche Voraussetzungen der Mitspieler lebt.
Paul soll lernen, dass das Spiel durch Kommunikation lebt.
 
4.2. Feinziele als Lernziele in Verhaltens- und Erlebnisdimensionen:
 
4.2.1. Kognitive
 
Paul seine Kombinationsfähigkeit und seine Urteilsfähigkeit stärken in dem er die Wahl der Mannschaften sowie deren Wähler bestimmt.
Paul soll Problemlösungen
 
 Trennlinie
 
Ist- Standanalyse
 
Gliederung :
 
  1. Einleitung  
  2. Angaben zur Person
  3. Form und Mittel der Beobachtung 
  4. Angaben zur Einrichtung
4.1.     Lebensgruppe 1 Jugendwohngruppe
4.2.     Lebensgruppe 2
4.3.     Lebensgruppe 3
4.4.     Lebensgruppe 4
4.5.     Sozialpädagogisch betreutes Wohnen ( S BW )
4.5.1    SBW    -    Appartements  
4.5.2.   Wohngemeinschaft Borkenerstrasse (SBW)
4.5.3.   Eigene Wohnung
4.5.4.   Nachbetreuung – Eigene Wohnung
4.6.      Familienanaloge Außenwohngruppe
4.7.     Außenwohngruppe Wildpark
4.8.      Bereitschaftspflegestellen
 
5. Ist-Stand Analyse
 
5.1. Sozialverhalten
5.2. Motorik
5.3. Kognition
5.4. Sprache/ Kommunikation
5.5. Wahrnehmung
5.6.Emotionalität
5.7.Motivation
5.8. lebenspraktische Fähigkeiten
5.9. Lern- und Arbeitsverhalten
 
      6.  Kommentar
      
1. Einleitung
 
In der Aufgabe der Erstellung einer Ist-Stand Analyse möchte ich gerne über Paul (Name ist geändert) schreiben. Ich habe mich für Paul entschieden, weil er durch seine freundliche und offene Art mir einen leichten Zugang auf sich möglich macht.  
Ein wichtiger Teil der guten Arbeit im Kinderwohnheim ist die gute Beobachtung der Jugendlichen und Kinder. Diese Beobachtung wird schriftlich festgehalten. Sechs Wochen nach der Aufnahme wird ein Erstbericht erstellt, im Team besprochen und zur Bereichsleitung gegeben. Nach weiteren 2 Wochen wird der endgültige Erziehungsplan und Bericht geschrieben und in der Hauptakte des Kindes abgeheftet. Alle sechs Monate folgt ein Erziehungsbericht. Die Berichte werden im Team besprochen und dienen dem Nachbesprechen des vergangenem Zeitraum, der Festlegung weiterer oder anderer  Erziehungszielen.
Die Berichte und Beobachtungen sind auch Grundlage von Hilfeplangespräche mit den zuständigen Jugendämtern.
Durch die umfangreiche und anschauliche Beschreibung seiner Arbeit hat mich mein Praxisanleiter Herr Roerkohl zur Beobachtung von Paul angeregt. Für Paul musste ein Erziehungsbericht geschrieben werden, so dass meine Beobachtungen in den Erziehungsbericht mit verarbeitet wird. Die Beobachtungen von Herrn Roerkohl konnte ich in meiner Arbeit gut nutzen.
Paul wird noch längere Zeit in der Einrichtung bleiben, so dass eine gute Ist-Stand Analyse eine notwendige Arbeit für und mit Paul ist. So ist die Arbeit nicht nur für die Schule, sondern notwendiger Teil meiner praktischen Arbeit.
 
 
2. Angaben zur Person
 
Paul lebt zurzeit im Kinderwohnheim Dülmen, in der Jugendwohngruppe. Seit dem 7. August 2000 hat Paul seinen Lebensmittelpunkt im Kinderwohnheim, wo er zunächst im der Gruppe 3 untergebracht war. Folgende Gründe wurden von Paul oder seinen Eltern zu der Notwendigkeit der Heimunterbringung benannt.
 
Von Paul:
  • Probleme in der Schule und sehr schlechte Schulnoten
  • Auseinandersetzung mit dem Stiefvater
  • Trennung vom leiblichen Vater der sich nicht um ihn kümmere
  • Wegen eigener schlechter Laune, wofür aber kein Grund vorhanden ist
  • Angst vor der Situation zu Hause
Von den Eltern benannt:
  • Paul kann keine Ordnung halten
  • Paul akzeptiert keine Regeln und Grenzen
  • Sehr schlechte Schulnoten, weil er nichts dafür tut
  • Rivalität mit den Geschwistern
  • Auseinandersetzung mit dem Stiefvater, weil Paul sich nicht an dessen Anweisungen hält
  • Diebstahl von Geld aus der Börse der Mutter
  • Paul nässt sich immer ein
  • Sein leiblicher Vater kümmert sich nicht ausreichend um Paul und hält versprechen nicht ein
 
Am 20. September 2003 wechselte Paul in die Jugendwohngruppe.
Das Ziel dieses Wechsels ist die Verselbstständigung von Paul und das Vorbereiten auf das Wohnen außerhalb des Kinderwohnheims.
Paul Besucht die 9. Klasse einer Hauptschule in Dülmen. Er könnte mit etwas Fleiß einen guten Hauptschulabschluss schaffen.
Paul ist ein sehr sportlicher Teenager. Er ist schlank und körperlich seinem Alter entsprechend entwickelt. Außer das Paul eine Brille trägt sind keine körperlichen Einschränkungen bekannt.
In seiner Freizeit spielt Paul sehr gerne Fußball und ist auch in einer Fußballmannschaft eines Dülmener Vereins.
Paul fährt in regelmäßigen Zeiträumen zu seiner Mutter. Dort leben auch seine beiden jüngeren Geschwister. Diese Heimfahrten werden von Paul sehr positiv wahrgenommen.
Im Monat November hat Paul ein Schulpraktikum absolviert. Er hat in einer Baumschule und Landschaftsgärtnerei 3 Wochen lang gearbeitet. Diese Aufgabe hat er sehr souverän gelöst. Er ist jeden Morgen selbstständig und pünktlich aufgestanden. Ein Fahrrad hat er sich selbst organisiert, es in einen verkehrsicheren Zustand gebracht um damit die 7 km zum Praktikumsplatz zu bewältigen.
Dieses Praktikum, die positive Rückmeldungen waren sehr gut für die Persönlichkeitsentwicklung von Paul.
 
3. Form und Mittel der Beobachtung
 
Etwas schwierig war der schmale zeitliche Korridor zur Beobachtung. Zum einem bin ich erst seit 3 Monaten in der Einrichtung und habe nur eine Arbeitszeit von 86 Stunden im Monat.
Paul ist nicht immer zu den Zeiten in der Einrichtung in welcher ich gerade meine Dienstzeiten habe. Regelmäßig erlebe ich  Paul beim Sport und begleite ihn in der Hausaufgabenzeit.......
.........
 
4.3. Kognition
 
M.E. entspricht die kognitive Entfaltung dem Alter von Paul.
Viele neue Situationen entstanden für Paul in der Zeit des Praktikums. Er konnte Erfahrungen aus dem schulischen Bereich in dieses Erlebnisfeld übertragen, später auch entgegengesetzt. Hier wurde deutlich, dass Paul logische Schlussfolgerungen ziehen kann und diese Erfahrungen als abstrakte Vorstellung in andere Bereiche des Lebens übertragen kann. Paul ist fähig erlerntes Wissen in hypothetischer Form als Problemlösung in anderen Sphären wieder anzuwenden.
Beim Erstellen einer Praxismappe, eine Dokumentation des Praktikums für die Schule, zeigte Paul das er planerisch und final denken kann. In seiner Phantasie hatte Paul sehr klar, wie die Mappe aussehen, strukturiert und gestaltet werden sollte.
Die überlegte Anwendung unterschiedlicher Materialen und Darstellungsformen verdeutlichten seine Phantasie.
Die Menge der Möglichkeiten, die er sicht abstrakt vorgestellt hatte, sprengten seinen zeitlichen Rahmen. Defizite in praktischen Bereich von Schreiben und Malen wurden bei der Schaffung der Mappe deutlich. Paul fand aber auch Wege sich selbst zu helfen, andere Möglichkeiten zur Problemlösung hat er erkannt.
 
4.4. Kommunikation / Sprache
 
Paul ist in seiner Art der Kommunikation meistens offen und freundlich. Seine Körperhaltung ist dem Kommunikationspartner zugewandt. Sein verbaler Wortschatz ist größer als sein schriftlicher Wortgebrauch. Durch seine deutliche Mimik wird die Kontaktaufnahme sehr erleichtert. Mimik, Gestik sind mit dem verbalen Ausdruck meistens kongruent. Wenn Paul etwas schreiben muss, werden sein unausgereifter Wortschatz, sowie die daraus resultierende geschwächte Ausdrucksfähigkeit offensichtlicher. Der mündliche Ausdruck von Paul ist klar und deutlich.
Wenn Paul keine Kommunikation wünscht, gleich welcher Art, bringt er das auch zum Ausdruck.
 
 
4.5. Wahrnehmung
 
Im Bereich der visuellen, akustischen, taktil-kinästetischen oder vestibulären Wahrnehmung sind bei Paul keine Beeinträchtigungen bekannt. Ebenso sind Geruchsinn und Geschmack gut ausgebildet. Sein Selbstempfundenes Körperschema, sowie sein Raumlagegefühl zeigen keine Auffälligkeiten.
 
4.6. Emotionalität
 
M.E. hat Paul einen lebensbejahenden Antrieb. Er begegnet anderen, unbekannten Menschen vorsichtig, aber stets freundlich. Bei begleitender Unterstützung hat Paul ein großes Lebenszutrauen.
Viele neue Situationen, die sich mit dem Umzug in die Jugendwohngruppe ergeben haben, hat er positiv gemeistert. Seine Zuwendung zu Anderen ist stabil. Seine Empathie für die Gruppe ist groß.......
 
Trennlinie

 
  5.Der sich und Andere bemühende Mensch- 
 
 
  neurotisches Handeln, Persönlichkeitsstörungen und Psychosomatik
 
 
Mikroskopische Formen von Herzinfarkt sind in unseren Tagen sehr häufig geworden. Nicht immer gehen sie schlecht aus; manche Menschen kommen darüber hinweg. Es handelt sich dabei um eine typisch moderne Erkrankung. Ich meine, ihre Ursachen sind moralischer Art. Der Mehrheit von uns wird eine Lebensweise konstanter, systematischer Doppelzüngigkeit abverlangt. Unsere Gesundheit wird notgedrungen angegriffen, wenn wir Tag für Tag das Gegenteil von dem sagen, was wir empfinden, wenn wir uns dem fügen, was wir verabscheuen und uns erfreut zeigen über Dinge, die nichts als Unglück bringen. Unser Nervensystem ist nicht einfach eine Erfindung, sondern ein Teil unseres Körpers; unsere Seele existiert nämlich, sie ist in uns, wie die Zähne in unserem Mund. Sie kann nicht ungestraft ständig vergewaltigt werden. Es war schmerzlich für mich. Dir, Innozenz, zuzuhören, als Du uns davon erzähltest, wie Du im Gefängnis umerzogen wurdest und zur Reife gelangtest. Es war, als höre man ein Zirkuspferd erzählen, wie es sich selbst abgerichtet hat. (aus: Doktor Schiwago)
Boris Pasternak
Das Leben ist eine ständige Auseinandersetzung mit seinen Gefühlen, Sehnsüchten und den Anforderungen diese in Lebensbezügen verwirklichen oder annehmen zu können.
Veränderungen im Beziehungssystem müssen immer wieder neu organisiert und verarbeitet werden. Nicht nur weil Andere sich verändern, sondern weil wir uns ständig entwickeln. Einiges versuchen wir zu steuern, anders entsteht durch die biologische Veränderung von uns selbst. Wir werden älter, sind Singles oder Ehepartner, Vater oder Mutter u.s.w.
Veränderungen in unserer Umwelt wirken auf uns ein. Was mache ich in meiner lang andauernden Ehe? Was geschieht, wenn alle Lebensträume (Ehe, Hausbau, Kinder und Kariere) erfüllt sind?
 
Mein Partner verändert sich. Will ich damit leben? Leben mit einer sich immer schneller verändernden Arbeitswirklichkeit, wobei die alten Antworten schon lange nicht mehr greifen.
Veränderungen im Ökosystem, Veränderungen im Gesellschaftssystem, Europa in Freundschaft oder Fremdenhass. Massenarbeitslosigkeit und Bildungsgesellschaft bringen viele Veränderungen.
Die Lebensbiografien sind nicht mehr Gerade. Immer mehr müssen wir uns lösen und binden, doch wie groß ist unsere Fähigkeit dafür? Flexibilisierung ist gefragt, doch wie offen ist unsere Zuwendungsanlage?
 
Das Leben ist Mühe.
 
Die Gefahr besteht seine eigenen Gefühle, seine Stimmungen und ..............................
.........................
Eigene Webseite von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!